Leben mit der Berufsunfähigkeit

Die Diagnose Berufsunfähigkeit ist ein Schicksalsschlag, der jeden schwer trifft. Man fühlt sich ungenutzt, ausgestoßen und weiß mit der neuen Freizeit nichts anzufangen. Auch die Lebensverhältnisse verschlechtern sich, da nicht mehr so viel Geld zur Verfügung steht wie früher - das erschwert die Ablenkung und Verarbeitung umso mehr. Die Berufsunfähigkeit ist nichtsdestotrotz ein Umstand, mit dem man sich anfreunden muss. Die gute Nachricht: Es gibt immer noch Chancen für Betroffene, sich wieder gebraucht und eingebunden zu fühlen.

Je nach Grund der Berufsunfähigkeit kann Pflege erforderlich sein. Auch die psychosoziale Betreuung kann in der ersten Zeit helfen, die Situation zu verarbeiten. In dieser Frage sollte man sich sowohl an den Hausarzt als auch an die Krankenkasse wenden. Ersterer kann eine genaue Behandlungsstrategie und Fachpersonen empfehlen, während die Krankenkasse alle Fragen zur Kostenübernahme nach den aktuellen Pflegestandards klärt. Möglichkeiten gibt es viele - sie müssen sich nur für den individuellen Fall eignen und übernommen werden.

Viele Berufsunfähige sind durchaus noch fähig, kleinere Belastungen auf sich zu nehmen, was sie auch wollen. Wer allerdings plötzlich aus dem Berufsleben ins Dasein als Person im Frühruhestand katapultiert wird, weiß oft nichts mit sich und der freien Zeit anzufangen. Kleinere Jobs können oft immer noch übernommen werden, solange die Belastung zu verkraften ist und der behandelnde Arzt damit einverstanden ist. Die Berufsunfähigkeit ist gleichzeitig eine Chance, einen neuen Weg einzuschlagen, von dem man vielleicht schon immer geträumt hat. Es geht schließlich nicht mehr darum, Geld zu verdienen, sondern um den Spaß und die Erfüllung im Leben - und vielleicht darum, die staatlichen Leistungen etwas aufzubessern.

Genauso geeignet für das Leben mit der Berufsunfähigkeit ist ein Ehrenamt. Jeder Verein und jede Stadt haben eine Reihe von Ehrenämtern zu vergeben, die für jedermann interessant sind. Häufig findet man auch eine neue Beschäftigung, wenn man sich an die Kirche oder wohltätige Organisationen wendet.